Generation Selfie

Dienstag, November 24, 2015


Heutzutage gibt es alles im Überfluss, zumindest in unserer Gesellschaft. Genug Essen und Trinken für Jedermann, volle Kleiderschränke, Fernseher, Handys, Laptops. Geschäfte voll mit Konsumgütern, die wir eigentlich alle schon besitzen. Und was wir noch haben, unendlich viele Möglichkeiten Momente festzuhalten und zu teilen. Keine Filme mit 30 Bildern und dann ist Schluss, wie noch vor einigen Jahren. Gut, viele vielleicht wie ich begrenzten Speicherplatz.. aber das lässt sich beheben. Aber kommt mit diesen unbegrenzt vielen Bildern nicht auch das Streben nach Perfektion und die fehlende Spontanität? Gestellte Bilder gab es schon immer. Wenn Mama sagte: ‚Cheese‘ oder ‚Ameisenscheiße‘ (okay, das hat meine Mama glaube ich nicht gesagt) wurde gelacht. Aber wenn das Bild erstmal geschossen war, gabs kein zurück mehr. Dann wurde es knallhart ins Fotoalbum eingeklebt und verweilt dort bis heute. Natürlich finde ich digitale Kameras unglaublich nützlich und mache selbst täglich gebrauch davon. Aber manchmal denke ich, dieses Foto jetzt zu löschen wäre eine Schande, denn es fängt den Moment perfekt ein. So wie er wirklich ist. Ungestellt. Deswegen platzt mein Handy wahrscheinlich auch vor Fotos auseinander. Und noch etwas, sehr oft muss ich mich selbst daran erinnern, dass Fotos zwar eine tolle Sache sind, man manche Erinnerungen aber einfach im Kopf behalten muss. Also öfter mal Handy weg und genießen, die tollen Momente im Kopf speichern, das geht nämlich auch und ist wahrscheinlich viel mehr wert als ein Foto mehr im Album. 



Wenn ich alt bin will ich erzählen. Erzählen von meinen Reisen, besonderen Orten, Kleinigkeiten, die für mich die Größten waren, von echter Liebe, echtem Gefühl, echter Traurigkeit und Freude, echter Freundschaft und Feindschaft. Ich will alles erleben, was das Leben zu bieten hat. Ich will nichts verpassen, fühle mich unendlich jung und frei. Im nächsten Moment aber wieder eingeschränkt, vor allem von mir selbst. Stop! Kein schlechtes Gewissen haben. ‚Hätte‘, ‚würde‘, ‚sollte‘ - machen. Denn eines Tages Baby werden wir alt sein, werden wir als sein und an all' die Geschichten zurückdenken, die wir hätten erzählen können. 






Was sagt ihr zu dem Thema?
- Chiara - 

You Might Also Like

5 Kommentare

  1. Ein toller Beitrag und sehr süße Fotos! ♡

    Liebste Grüße
    Lisa von www.confettiblush.com

    AntwortenLöschen
  2. Ich mag solche verrückten & einfachen Fotos auch sehr. Erst am Wochenende haben ich mir mit meiner Mutter Bilder von vor über 40 Jahren angeschaut. Natürlich von meiner Mutter & sie meinte auch, früher hat man nicht so viel Geld gehabt um die Fotos immer zu entwickeln lassen. Es gab kaum Fotos von jemanden. Wenn ich dagegen auch betrachte wie viele Fotos meine Mutter immer gemacht von meiner Kindheit, trotz entwicklungskostend, würde ich meinen das wir heute trotzdem noch viel mehr Bilder machen!

    Sophie♥

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke, dass du dir immer so viel Zeit nimmst, einen ausführlichen Kommentar dazulassen! Freut mich jedes Mal sehr :)

      Löschen
  3. Toller Post, tolle Bilder!
    Für meine Kinder lasse ich auch Fotoalbums machen. Wenn sie die ausgedruckten Bilder sehen, freuen sie sich viel mehr, als wenn ich die Fotos vom Display zeige.
    Liebe Grüße
    Borislava von www.colourclub.at

    AntwortenLöschen

Ich freue mich über eure Meinung:

Subscribe