Who to pray for?

Samstag, November 14, 2015






Jeden Tag sterben etliche Menschen an Hunger, in Kriegen oder Unfällen. Warum gerade die Vorfälle in Paris uns so erschüttern? Nun, zum einen hängt die unmittelbare Nähe damit zusammen, nicht nur die räumliche, auch die politische und kulturelle. Die hungernden Kinder in Afrika oder die Anschläge und Kriege in etlichen anderen Ländern, sind nunmal ‚weit weg’, räumlich, politisch, kuturell.  
Es passieren jeden Tag so viele schlimme Dinge auf der Welt (und mit Sicherheit genau so viele schöne), viele werden nicht kommuniziert oder gehen in der Masse der Neuigkeiten unter. Versteht mich nicht falsch, ich bin erschüttert und in Gedanken bei den Angehörigen der Menschen in Paris. 
Heutzutage lassen sich durch die modernen Medien diese Neuigkeiten schnell kommunizerien, was definitiv von Vorteil ist. Jeder kann seine Betroffenheit teilen. Aber muss ich mich schlecht fühlen, wenn ich das nicht online tue? Wenn meine Gedanken um das Thema kreisen, ich aber nicht mein Profilbild ändere. Bin ich dadurch weniger betroffen? Bin ich weniger menschlich und empathisch? Und ist es schlimm wenn ich denke, dass es doch so viel mehr Leid auf der Welt gibt? Wer ist in Gedanken bei diesen Menschen? Ich frage mich, sind wir so betroffen, weil der Terror auch ganz schnell über die Grenzen Frankreichs hinauswachsen könnte? Nehmen wir Anteil und Beten, damit uns so etwas nicht passiert? – Ist das Ganze vielleicht auch ein kleines bisschen ‚egoistisch’ von uns?
Ich weiß nicht, wie andere zu dem Thema stehen, wie betroffen sie sind. Dass kann ich nicht wissen. Was ich weiß, ist dass es mir unglaublich gut geht. Dass ich ein Dach überm Kopf, Esssen und Bildung genießen darf. Dass ich ohne Krieg und Terror aufgewachsen bin, ohne jegliche Gewalt in meinem Umfeld und dass ich meine Meinung frei äussern darf.

Die Geschehnisse in Paris, aber auch im Libanon, lehren mich dankbar zu sein, denn das alles kann ebenfalls jeden Moment vorbei sein. Die Kommunikation der Ereignisse in diesem Ausmaß, erinnert mich auch an das restliche Leid in der Welt, das nicht vergessen werden sollte. 




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4 Kommentare

  1. dankbarkeit ist grundsätzlich richtig, anteilnahme hat aber nichts mit egoismus zutun und ''beten dass uns sowas nicht passiert'' tun vielleicht einige, andere leiden mit den familien die verluste erlitten haben.

    xx www.selinsfashiondiary.blogspot.de

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  2. Ich denke neben der kulturellen, politischen und räumlichen Nähe war es auch besonders erschütternd, dass man alles direkt mitbekommen hat. Dass es Menschen getroffen hat, die grade ihr Leben genossen haben. Dass man prinzipiell keinen Sinn dahinter finden kann. Es waren einfach Menschen wie du und ich, die kein besonderes politisches Interesse hatten, nicht öffentlich gegen den IS gehetzt haben. Einfach ganz normale Menschen, das macht es für mich so unbegreiflich...
    Und genau deswegen sollten wir uns jetzt darauf konzentrieren, was wir haben, was und ausmacht und was uns Spaß macht. Jeder geht mit solchen Ereignissen anders um und versucht anders damit klarzukommen. Da ist keiner besser oder schlechter im Anteil nehmen.
    Liebe Grüße :)

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  3. Ich stimme dir zu! Es ist einfach nur traurig, so etwas zu beobachten und was es in Frankreich deutlich macht, ist einfach, dass es mitten im Herzen Europas passiert. Ich bin zu dem Thema Terrorismus, Paris und überhaupt auch ein paar Gedanken auf meinem Blog losgeworden - schau doch mal vorbei. Ich würde mch freuen :)
    Liebe Grüße,
    Malika

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    1. Vielen Dank, ich habe mir deinen Beitrag auch durchgelesen, sehr interessant. Ich teile deine Meinung!

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